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Wikipedia-Rettungsinsel

Körperkontakt
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[[Image:Ballroom dance exhibition.jpg|right|thumb|Die „Tuchfühlung“ beim Tanzen]]
Der '''Körperkontakt''' ist die aktive und passive [[Kontakt|Berührung]] des eigenen oder fremden menschlichen lebenden [[Körper (Biologie)|Körper]]s mit Teilen des eigenen, sowohl absichtlich als auch unabsichtlich. Dies reicht von der sanften Berührung mit den Fingerspitzen, über den Kontakt mit [[Lippe]]n oder [[Hand|Händen]] usw., bis zum gewaltsamen Faustschlag oder auch der zarten oder aggressiven [[Umarmung]].
Ein Körperkontakt kann punktuell, flächig oder als Ganzkörperkontakt, wobei dieser Begriff auch Anwendung findet, wenn lediglich ein Großteil des Körpers mit einem anderen in Kontakt tritt, stattfinden.
==Körperkontakte und kindliche Entwicklung==
Experten sind sich darüber einig, dass der intensive und regelmäßige Körperkontakt die Entwicklung des Kindes und die Eltern-Kind-Bindung positiv beeinflusst. Getragene Kinder weinen weniger und sind in der Regel zufriedener als Kinder, die nicht in den Genuss von so viel körperlicher Nähe kommen (Quelle: ''Der Einfluß des Tragens auf das Schreiverhalten des Säuglings'' von Dr. Urs A. Hunziker, Kinderspital Zürich, nach einer prospektiven kontrollierten Studie in zwei geburtshilflichen Abteilungen in Montreal (Kanada) von insgesamt 117 Müttern).
Ein neugeborenes Kind wird bereits kurz nach dem [[Geburt]]svorgang auf den Bauch der Mutter gelegt und  beruhigt sich dadurch schnell. Es fühlt sich während des ersten Lebensjahres noch mit der Mutter verschmolzen. Beim [[Stillen]] entsteht ein für die [[Entwicklungspsychologie]] des Kindes wichtiger Körperkontakt zur [[Mutter]]. Erst ab etwa drei Jahren ist das Kind in der Lage, sich als ein unabhängig von der Mutter existierendes Wesen wahrzunehmen. Immer gibt der Körperkontakt dem Kind das Gefühl von Geborgenheit und das Vertrauen auf die Zuverlässigkeit und Liebe seiner Betreuungspersonen. Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang auch von der Entstehung des [[Urvertrauen]]s.
Die Pädagogin und Therapeutin [[Marion Esser]] schreibt dazu in ihrem 1995 erschienen Buch ''Beweg-Gründe'': "''Um nach der Geburt ein einheitliches Körper-Ich entwickeln zu können, ist der Säugling auf einen intensiven Kontakt mit der Mutter oder einer entsprechenden Bezugsperson angewiesen. Es benötigt einen tonischen Körperdialog, ein erneutes Verschmelzen mit dem Körper eines Erwachsenen im Wechsel mit motorischen und taktilen Erfahrungen, befriedigende und lustvolle körperliche Beziehungen, um die langsame Auflösung des direkten Körperkontaktes meistern zu können. An seine Stelle tritt symbolischer Ersatz: Blicke, Gesten, Stimme und schließlich die Sprache als abstrakteste Kommunikationsform "'' (Esser 1995, S. 23).
'''Weblinks'''
*[http://www.eltern.de/mein_baby/baby_entwicklung/keller.html www.eltern.de] Entwicklungsphysiologische Bedeutung des Körperkontaktes bei der Eltern-Kind-Beziehung
==Körperkontakt bei sich selbst==
Am häufigsten erfolgt der Selbstkörperkontakt, um sich am Körper vom [[Juckreiz]] der [[Haut (Säugetiere)|Haut]] durch Kratzen zu befreien und die [[Körperpflege]]. Auch die manuelle erotische Stimulation des Körpers oder der [[Geschlechtsorgane]] ([[Masturbation]]) zählen zu den Autokörperkontakten.
== Körperkontakt zu Anderen ==
Der [[zwischenmenschliche Kommunikation|interpersonelle]] positiv erfolgte Körperkontakt dient hauptsächlich der [[Sympathie]]bekundung ([[körperliche Intimität]]). Es handelt sich um ein Mittel der [[Nonverbale Kommunikation|nonverbalen Kommunikation]]. Erwünschter Körperkontakt aus emotionalen Gründen ist oft von [[Blickkontakt]] begleitet. Beim Körperkontakt werden der [[Körpergeruch]] oder die [[Parfüm|Parfümierung]], sowie die [[Pheromon]]e des anderen deutlich wahrgenommen, was für die weitere Kommunikationsbereitschaft entscheidend sein kann.
Je nach sozialer Beziehung und berührter Körperstelle kann ein Körperkontakt vom Empfänger positiv oder negativ aufgefasst werden. Zu den positiv aufgefassten Körperkontakten zählt der einvernehmliche Kontakt über die betroffene Körperstelle sowie die Dauer desselben, während [[Belästigung|belästigende]], [[Nötigung|nötigende]] oder gar verletzende Körperkontakte als negativ empfunden werden (z.B. Anrempeln, Schubsen, Drängeln und [[Körperverletzung]]).
===Familie und Partnerschaft===
Der Körperkontakt spielt in der [[Familie]] und in der [[Partnerschaft (Beziehung)|Partnerschaft]] eine wichtige Rolle. Er äußert sich im Austausch von körperlichen Intimitäten.
In der [[Partnerschaft (Beziehung)|Partnerschaft]] spielt zudem die gelebte [[Sexualität]] eine spezielle Rolle. Der als höchst intensiv empfundene  Körperkontakt ist die Berührung an den [[Geschlechtsteil]]en, wobei der [[Geschlechtsverkehr]] die [[Intimität|intimste]] Form des Körperkontaktes darstellt. Diese Art von Körperkontakt ist oft von starken [[Emotion]]en begleitet und hat eine zentrale Funktion in der [[Liebesbeziehung]].
Im [[Sadismus#Sexuell_motivierter_Sadismus|sexuell motivierten Sadismus]] ist der Körperkontakt nicht wegzudenken, da er Mittel dieser [[Sexualpraktik|Praktik]] ist.
[[Bild:Handshake_(Workshop_Cologne_'06).jpeg|thumb|right|Händeschütteln]]
===Soziale Rolle===
Bei [[Gruß]]handlungen findet sehr oft ein Körperkontakt statt. Hier sind beispielhaft das [[Händeschütteln]], das Schulterklopfen, die [[Umarmung]] und der [[Hongi]] zu nennen. Körperkontakte zu Fremden ohne Grußcharakter, der im westlichen Kulturkreis als unangenehm empfunden wird, sind zum Beispiel das Gedrängel oder unübliche Berührungen wie etwa der [[Chikan]].
==Sonstige Körperkontakte==
Außer den bereits oben genannten Kontakten werden Körperkontakte auch bei [[Zärtlichkeit]]en wie [[Schmusen]], [[Kuss|Küssen]], [[Streicheln]], [[Umarmung]], Einhaken, [[Händchenhalten]], [[Petting]] u.a. gepflegt, um emotionale Beziehungen zu transportieren. Dazu zählen auch Unterstützungen bei [[Leid]] wie [[Schmerz]], [[Sorge (Furcht)|Sorgen]] und [[Trost]]spende. Diese Unterstützung erfolgt meist durch Händehalten, bei stärkeren Bindungen auch Umarmen, Tätscheln und ähnlichem.
Der [[Gewalt|gewaltsame]] Körperkontakt z.B. durch Schlagen, Festhalten (z.B. [[Umklammerung]]), Schubsen, Grabschen etc. ist gesellschaftlich unüblich oder unschicklich und wird auch meist negativ empfunden.
===Körperkontakt im sportlichen Bereich===
Körperkontakt findet ferner auch beim [[Sport]] statt.
*Während in vielen Sportarten wie im [[Kampfsport]], beim [[Rettungsschwimmen]] und [[Tanzen]] Körperkontakt notwendig ist, ist er in anderen nicht zulässig und wird als [[Foul]] bestraft. In einigen [[Mannschaftssport]]arten ist jeglicher Körperkontakt untersagt (z.B. im [[Basketball]]), in anderen werden regelkonforme Körperkontakte gefordert (Fußball, Handball) oder auch sogar als absichtliche ''[[Bodycheck]]s'' mit Hüfte und Schulter Teil des Spieles ([[Eishockey]]) erwünscht.
===Körperkontakt in der Medizin===
* [[Medizinische Untersuchung]]en und [[Körpertherapie]], ([[Massage]]n, [[manuelle Therapie]]en, aquatische Körperarbeit usw. erfordern den einseitigen Körperkontakt.
In der Medizinerausbildung steht auch die [[Distanzregulation]] und der Körperkontakt (wie nah darf man einem Patienten kommen, ist Schulterklopfen „erlaubt“? Was ist grenzüberschreitend?) auf dem Programm. Medizinisch notwendige oder indizierte Körperkontakte (Abklopfen, Mammografie, [[Gynäkologie|gynäkologische]] Untersuchungen) sind für den Einzelnen zwar teilweise unangenehm, dennoch dagegen alltäglich.
==Literatur==
* Wolfgang Anders und Sabine Weddemar: ''Häute scho(e)n berührt? Körperkontakt in Entwicklung und Erziehung'', Verlag Modernes Lernen, 261 S., 2. Aufl. ISBN 386145212X
* ''Kuscheln ist wichtiger als waschen.'' In: [http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/thema/liebesstrategien/kuscheln.xml BR Online - Thema Kuscheln]
* Legewie, H. und Ehlers, W.: ''Knaurs moderne Psychologie'', München Zürich 1994, S. 157 ff.
* [http://www.amazon.de/gp/product/3608951547/302-9565257-5058409?v=glance&n=299956 Körperkontakt.] Die Bedeutung der Haut für die Entwicklung des Menschen. Von Ashley Montagu. Klett-Cotta /J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger; Auflage: 11., Aufl. (August 2004). ISBN 3608951547
==Siehe auch==
*[[Berührungsangst]]
==Weblinks==
*[http://www.payer.de/kommkulturen/kultur042.htm#4. www.payer.de] Ausführliche Informationen von Margarete und Alois Payer
*[http://www.leitz.com/deDE/KnowHow/Korperkontakt.html www.leitz.com] Kurzinformation
[[Kategorie:Körperliche Intimität]]
[[Kategorie:Körpersprache]]
[[fr:Toucher]]
[[it:Tatto]]
[[he:מישוש]]
[[nl:Tastzin]]
[[pl:Dotyk]]
[[simple:Touch]]
[[sv:Känsel]]
[[en:Touch]]

 
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